Ein Leerrohr für Glasfaser ist ein leeres Schutzrohr, durch das die empfindliche Glasfaser später eingezogen oder mit Druckluft eingeblasen wird. Es schützt die Faser vor Feuchtigkeit, Druck und mechanischer Beschädigung und macht eine spätere Nachrüstung deutlich einfacher. In der Praxis entscheiden vor allem drei Dinge über den Erfolg: der passende Durchmesser, eine saubere Verlegung und ausreichend weite Bögen.
Was ist ein Leerrohr für Glasfaser?
Ein Leerrohr ist ein flexibles Kunststoffrohr, das vorab verlegt wird, ohne dass bereits ein Kabel darinsteckt. Erst beim eigentlichen Glasfaserausbau schiebt oder bläst ein Techniker die Faser, meist mit Druckluft, durch dieses Rohr. Dadurch bleibt die empfindliche Glasleitung geschützt und lässt sich bei einem Defekt austauschen, ohne dass Wände oder der Garten erneut aufgerissen werden müssen.
Grob unterscheidet man drei Typen. Im Gebäude kommt meist das klassische Installationsrohr mit größerem Durchmesser zum Einsatz, während das dünnere Mikrorohr eigens dafür gedacht ist, dass eine Faser hineingeblasen wird. Für den Weg durch den Garten wiederum braucht es ein Erdrohr, das besonders druckfest ausgelegt ist.
- Installationsrohr: übliches Leerrohr im Haus, meist 20 bis 25 Millimeter Außendurchmesser.
- Mikrorohr (Speedpipe): dünnes Rohr ab etwa 7 Millimeter, in das die Faser eingeblasen wird.
- Erdrohr (KRV-Rohr): druckfestes Rohr für die Verlegung im Garten bis zum Haus.
Welcher Durchmesser ist richtig?
Der Durchmesser entscheidet, ob die Faser später bequem hineinpasst und ob noch Reserve für eine zweite Leitung bleibt. Wird das Rohr zu eng gewählt, lässt sich später kaum etwas einziehen; fällt es zu groß aus, macht das die Verlegung unnötig aufwendig.
Für den Weg vom Grundstück bis ins Haus haben sich Rohre mit 40 oder 50 Millimeter bewährt, weil darin auch mehrere Mikrorohre Platz finden. Innerhalb der Wohnung reichen in der Regel 20 bis 25 Millimeter aus. Beim reinen Einblasen der Faser selbst kommt dagegen ein Mikrorohr von 7 bis 10 Millimeter zum Einsatz.
Laut Bundesnetzagentur (BNetzA, der deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation) waren Ende 2024 rund 43 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder die Wohnung erschlossen (Bundesnetzagentur, Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2024). Wer beim Neubau oder bei einer Sanierung schon jetzt ein passendes Leerrohr verlegt, ist für den späteren Glasfaser-Anschluss vorbereitet, ohne dafür noch nachträglich Wände aufstemmen zu müssen.
Leerrohr richtig verlegen
Eine saubere Verlegung entscheidet darüber, ob sich die Faser später problemlos einbringen lässt. Wichtig sind sanfte Bögen, ein durchgehender Zugdraht und eine dichte Einführung ins Gebäude.
- Trasse planen: möglichst geradlinig, enge Knicke und Radien unter 30 Zentimeter vermeiden.
- Im Garten frostsicher und druckfest verlegen, mindestens 40 bis 60 Zentimeter tief.
- Einen Einziehdraht oder ein Zugband bereits im Rohr belassen.
- Die Rohrenden abdichten, damit weder Wasser noch Schmutz eindringt.
Wie das Kabel im Anschluss innerhalb des Gebäudes bis zum Router geführt wird, beschreibt der Ratgeber Glasfaser im Haus verlegen. Was nach der Hausübergabe im Keller als Nächstes ansteht, zeigt der Beitrag Glasfaser im Keller – und dann?.
Häufige Fehler beim Leerrohr
Die meisten Probleme entstehen nicht durch das Material selbst, sondern durch zu enge Bögen, fehlende Zugdrähte oder undichte Enden. Wer beim Verlegen auf diese vier Punkte achtet, spart sich später Ärger beim Einblasen der Faser.
- Zu enge Radien: scharfe Knicke verhindern, dass sich die Faser einziehen oder einblasen lässt.
- Kein Zugdraht: ohne Einziehhilfe wird das spätere Bestücken zur Geduldsprobe.
- Offene Enden: eindringendes Wasser oder Sand machen das Rohr unbrauchbar.
- Falscher Durchmesser: zu eng gewählt, passt keine zweite Reserveleitung mehr hinein.
Ob an Ihrer Adresse überhaupt schon ein Anschluss möglich ist, lässt sich vorab klären; der Ratgeber Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen zeigt, wie das geht.
Häufige Fragen
Welcher Durchmesser ist für ein Leerrohr für Glasfaser ideal?
Vom Grundstück ins Haus haben sich 40 bis 50 Millimeter bewährt, in der Wohnung reichen 20 bis 25 Millimeter. Für das reine Einblasen der Faser genügt ein Mikrorohr mit 7 bis 10 Millimeter.
Kann ich das Leerrohr selbst verlegen?
Die Verlegung des leeren Rohrs dürfen Sie in der Regel selbst übernehmen, etwa bei einem Neubau. Das Einblasen der Faser und den Hausanschluss übernimmt später ein Techniker des Netzbetreibers.
Was ist ein Mikrorohr?
Ein Mikrorohr ist ein besonders dünnes Leerrohr ab etwa 7 Millimeter, in das die Glasfaser mit Druckluft eingeblasen wird. Mehrere Mikrorohre passen in ein größeres Schutzrohr.
Wie tief muss ein Leerrohr im Garten liegen?
Im Außenbereich sollte das Rohr frostsicher und druckfest mindestens 40 bis 60 Zentimeter tief liegen, damit es bei Gartenarbeiten und Frost geschützt ist.
Brauche ich überhaupt ein Leerrohr für Glasfaser?
Pflicht ist es nicht, aber sehr sinnvoll: Das Rohr schützt die Faser und macht eine spätere Nachrüstung möglich, ohne Wände aufstemmen zu müssen.
Fazit
Ein passend gewähltes Leerrohr kostet beim Bau kaum zusätzliche Zeit, erspart aber später die aufwendigen Stemmarbeiten für den eigentlichen Glasfaseranschluss. Ausschlaggebend bleiben der richtige Durchmesser für Haus und Garten, ein durchgehender Zugdraht und dicht verschlossene Enden. Wer das beim Verlegen beachtet, muss beim späteren Einblasen der Faser nicht mehr nachbessern. Wie es mit der eigentlichen Verkabelung weitergeht, zeigt der Ratgeber Glasfaser im Haus verlegen; welcher Tarif danach passt, klärt der Glasfaser-Tarife-Vergleich.


Sehr gut erklärt, wo bekomme ich ein Mikroleerrohr von 10 mm im Netz. Können Sie mir Namen Rohrtyp nennen. Würde mich über Nachricht freuen. Herzliche Grüße
Hallo Peter Kohlhöfer,
danke für das Lob und entschuldigen Sie bitte, dass die Antwort so lange gedauert hat.
Mikrorohre werden nach Außendurchmesser und Wandstärke bzw. Innendurchmesser bezeichnet. Bei 10 mm sind vor allem zwei Ausführungen üblich:
Mit Suchbegriffen wie „Mikrorohr 10×1“ oder „Speedpipe 10 mm“ werden Sie im Elektro- und Tiefbau-Fachhandel und in Online-Shops für Glasfaserzubehör fündig. Speedpipe ist eigentlich der Produktname eines Herstellers, wird aber oft stellvertretend für Mikrorohre verwendet. Achten Sie auf eine Gleitschicht innen, damit sich die Faser gut einblasen lässt, und nehmen Sie passende Steckverbinder und Endkappen für 10 mm gleich mit.
Wichtig vor dem Kauf: Fragen Sie Ihren Netzbetreiber, welches Mikrorohr er vorgibt. Viele Betreiber arbeiten im Hausanschluss mit 7-mm-Rohren, und ihre Verbinder sind auf bestimmte Maße abgestimmt. Ein selbst gekauftes Rohr in einer anderen Größe lässt sich sonst unter Umständen nicht anschließen.
Viele Grüße
Bernhard Frenzel
Hallo Herr Frenzel,
können Sie mir folgende Information geben: Ich soll ein Schutzrohr/Schlauch von der Strasse zum Haus vorbereiten, in das dann das 7mm Leerrohr geführt wird. Das soll frostfrei ca. 50cm tief geführt werden. Aber da ich oberirdisch durch die Hauswand gehen möchte, ist spätestens an / vor der Hauswand keine Frostsicherheit gegeben? Das 7mm Leerrohr verlässt dort – nehme ich an – das Schutzrohr und wird dann durch die Hauswand geführt. Auch dazu eine Frage: wie kann ich die 2x 90 Grad Biegen hinbekommen? Gibt es dazu Zubehör ( für Innenwände) . Danke für jedwede Unterstützung,
Jo.Zwarg
Hallo Jo Zwarg,
danke für die genaue Beschreibung, damit lässt sich gut arbeiten.
Zum Frost: Die Glasfaser und das Mikrorohr selbst vertragen Kälte problemlos. Kritisch wird es nur, wenn Wasser im Rohr steht und gefriert. Dann kann das Eis das 7-mm-Rohr zusammendrücken, und die Faser lässt sich nicht mehr einblasen. Das kurze Stück an der Hauswand oberhalb der Frostgrenze ist deshalb kein Problem, solange es trocken bleibt. Darauf würde ich achten:
Ihre Annahme stimmt: Das Mikrorohr verlässt dort das Schutzrohr und läuft allein durch die Wand bis zum Übergabepunkt im Haus.
Zu den zwei 90-Grad-Bögen: Das Mikrorohr darf auf keinen Fall knicken. Hersteller geben meist einen Mindestbiegeradius von etwa dem Zehnfachen des Außendurchmessers an, bei 7 mm also rund 7 cm. Den genauen Wert finden Sie im Datenblatt Ihres Rohrs. Für das spätere Einblasen würde ich eher 15 bis 20 cm Radius einplanen, weil jeder enge Bogen die Faser bremst. Als Zubehör gibt es Führungsbögen bzw. Radiusbegrenzer für Mikrorohre, die man an der Wand festschraubt. Alternativ ziehen Sie das Mikrorohr innen durch ein Installationsrohr mit 20 oder 25 mm und nutzen dessen Bögen mit großem Radius als Führung. Hinter der Wand also nicht direkt abwinkeln, sondern mit etwas Abstand einen weiten Bogen legen.
Noch ein Tipp: Klären Sie vorab mit Ihrem Netzbetreiber, ob er eine oberirdische Einführung akzeptiert und welche Wanddurchführung er vorschreibt. Viele Betreiber haben dafür eine Anleitung für Bauherren, manche schieben das Mikrorohr auch lieber selbst durch. Die frostsichere Alternative wäre eine Einführung knapp unter Geländeniveau mit einer druckwasserdichten Hauseinführung, die ist allerdings aufwendiger.
Viele Grüße
Bernhard Frenzel