Leerrohr für Glasfaser: Aufbau, Durchmesser und Verlegung einfach erklärt

Verlegtes Leerrohr für ein Glasfaserkabel auf einer Baustelle
Kurze Antwort

Ein Leerrohr für Glasfaser ist ein leeres Schutzrohr, durch das später die empfindliche Glasfaser geführt oder eingeblasen wird. Es schützt die Faser vor Feuchtigkeit, Druck und Beschädigung und macht eine spätere Nachrüstung deutlich einfacher. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, welcher Durchmesser passt, wie das Rohr verlegt wird und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Was ist ein Leerrohr für Glasfaser?

Das Leerrohr ist ein flexibles Kunststoffrohr, das vorab verlegt wird, ohne dass schon ein Kabel darin liegt. Beim Glasfaserausbau wird die eigentliche Faser erst später durch dieses Rohr geführt – oft mit Druckluft eingeblasen. So bleibt die empfindliche Glasleitung geschützt und lässt sich bei einem Defekt einfach austauschen.

Im Glasfaserbereich unterscheidet man grob zwei Typen. Das klassische Installationsrohr mit grösserem Durchmesser dient als Hülle im Gebäude. Das Mikrorohr ist dünner und speziell darauf ausgelegt, dass eine Faser hineingeblasen wird.

  • Installationsrohr: übliches Leerrohr im Haus, meist 20 bis 25 Millimeter Aussendurchmesser.
  • Mikrorohr (Speedpipe): dünnes Rohr ab etwa 7 Millimeter, in das die Faser eingeblasen wird.
  • Erdrohr (KRV-Rohr): druckfestes Rohr für die Verlegung im Garten bis zum Haus.
Vom Garten bis zum RouterDie Stationen des Leerrohrs für Glasfaser1HausanschlussDas Leerrohr endet am Übergabepunkt im Keller2SteigleitungMikrorohr führt durch das Gebäude nach oben3WohnungseinführungDas Rohr mündet nahe der Anschlussdose4Einblasen der FaserDie Glasfaser wird ins fertige Rohr gepustetpro-netzneutralitaet.de · 2026
Der Weg des Leerrohrs: Hausanschluss, Steigleitung, Einführung, Einblasen.

Welcher Durchmesser ist richtig?

Der Durchmesser entscheidet, ob die Faser später bequem hineinpasst und ob noch Reserve für eine zweite Leitung bleibt. Zu eng gewählt, lässt sich kaum etwas einziehen; zu gross macht die Verlegung unnötig aufwendig.

Für den Weg vom Grundstück bis ins Haus haben sich Rohre mit 40 oder 50 Millimeter bewährt, weil darin auch mehrere Mikrorohre Platz finden. Innerhalb der Wohnung reichen meist 20 bis 25 Millimeter. Für das reine Einblasen der Faser kommt ein Mikrorohr von 7 bis 10 Millimeter zum Einsatz.

Laut Bundesnetzagentur waren Ende 2024 rund 43 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder die Wohnung erschlossen (Bundesnetzagentur, Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2024). Wer beim Neubau oder einer Sanierung schon ein passendes Leerrohr legt, ist auf diesen Ausbau vorbereitet, ohne später Wände aufstemmen zu müssen.

Leerrohr richtig verlegen

Eine saubere Verlegung entscheidet darüber, ob sich die Faser später problemlos einbringen lässt. Entscheidend sind sanfte Bögen, ein durchgehender Zugdraht und eine dichte Einführung ins Gebäude.

  1. Trasse planen: möglichst geradlinig, enge Knicke und Radien unter 30 Zentimeter vermeiden.
  2. Im Garten frostsicher und druckfest verlegen, mindestens 40 bis 60 Zentimeter tief.
  3. Einen Einziehdraht oder ein Zugband bereits im Rohr belassen.
  4. Die Rohrenden abdichten, damit weder Wasser noch Schmutz eindringt.

Wie das Kabel danach im Gebäude bis zum Router geführt wird, beschreibt der Ratgeber Glasfaser im Haus verlegen. Was nach der Hausübergabe im Keller als Nächstes ansteht, zeigt der Beitrag Glasfaser im Keller – und dann?.

Häufige Fehler beim Leerrohr

Die meisten Probleme entstehen nicht durch das Material, sondern durch zu enge Bögen, fehlende Zugdrähte oder undichte Enden. Mit etwas Sorgfalt lässt sich das alles vermeiden.

  • Zu enge Radien: scharfe Knicke verhindern, dass sich die Faser einziehen oder einblasen lässt.
  • Kein Zugdraht: ohne Einziehhilfe wird das spätere Bestücken zur Geduldsprobe.
  • Offene Enden: eindringendes Wasser oder Sand machen das Rohr unbrauchbar.
  • Falscher Durchmesser: zu eng gewählt, passt keine zweite Reserveleitung mehr hinein.

Ob an Ihrer Adresse überhaupt schon ein Anschluss möglich ist, lässt sich vorab klären – der Ratgeber Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen zeigt, wie das geht.

Häufige Fragen

Welcher Durchmesser ist für ein Leerrohr für Glasfaser ideal?

Vom Grundstück ins Haus haben sich 40 bis 50 Millimeter bewährt, in der Wohnung reichen 20 bis 25 Millimeter. Für das reine Einblasen der Faser genügt ein Mikrorohr mit 7 bis 10 Millimeter.

Kann ich das Leerrohr selbst verlegen?

Die Verlegung des leeren Rohrs dürfen Sie in der Regel selbst übernehmen, etwa bei einem Neubau. Das Einblasen der Faser und den Hausanschluss übernimmt später ein Techniker des Netzbetreibers.

Was ist ein Mikrorohr?

Ein Mikrorohr ist ein besonders dünnes Leerrohr ab etwa 7 Millimeter, in das die Glasfaser mit Druckluft eingeblasen wird. Mehrere Mikrorohre passen in ein grösseres Schutzrohr.

Wie tief muss ein Leerrohr im Garten liegen?

Im Aussenbereich sollte das Rohr frostsicher und druckfest mindestens 40 bis 60 Zentimeter tief liegen, damit es bei Gartenarbeiten und Frost geschützt ist.

Brauche ich überhaupt ein Leerrohr für Glasfaser?

Pflicht ist es nicht, aber sehr sinnvoll: Das Rohr schützt die Faser und macht eine spätere Nachrüstung möglich, ohne Wände aufstemmen zu müssen.

Fazit

Ein passend gewähltes Leerrohr ist die günstige Versicherung für einen späteren Glasfaseranschluss: Es schützt die Faser, hält Reserve bereit und erspart später teure Bauarbeiten. Wer schon beim Bau das Rohr richtig dimensioniert und sauber verlegt, hat den halben Anschluss erledigt. Wie es mit der eigentlichen Verkabelung weitergeht, zeigt der Ratgeber Glasfaser im Haus verlegen; welcher Tarif danach passt, klärt der Glasfaser-Tarife-Vergleich.

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